Vom 05. bis 07.04.2005 hat der ver.di-Bereich Innovations- und Technologiepolitik zusammen mit der Arbeitnehmerkammer Bremen den Kongress "Menschen machen Innovationen" durchgeführt und damit das Thema "Betriebliches Innovationsmanagement" auf die politische Tagesordnung gesetzt.
 
  Wie können wir betriebliches Innovationsverhalten beeinflussen, um Arbeitsplätze zu schaffen? Was ermuntert Beschäftigte, aktiv auf das Innovationsverhalten ihres Betriebes Einfluss zu nehmen? Welche Möglichkeiten gibt die betriebliche Mitbestimmung zur Einflussnahme? Welchen Faktoren muss sich eine arbeitnehmerorientierte Einflussnahme auf das betriebliche Innovationsgeschehen annehmen? Wie sehen Erfolgsbeispiele aus und wie lassen sich Erfolgsfaktoren definieren? Welche betriebliche Kultur nützt, welche schadet beteiligungsorientierter Innovationsgestaltung?
Dies sind einige Fragen, denen wir während unseres Kongresses nachgegangen sind.

Dazu haben wir Beispiele aus der Praxis vorgestellt wie "Runde Tische für Innovation", Ideenmanagement und Businessfinderprozesse. Wir wollten Erkenntnisse darüber gewinnen, welche Erfahrungen es mit dem § 92a BetrVG (Betriebsverfassungsgesetz) gibt, der ja ausdrücklich das Vorschlagsrecht für Betriebsräte bei Innovationen sichert. Wir wollten Personalentwicklungsprozesse in den Unternehmen diskutieren und feststellen, wie sie betriebliches Innovationsverhalten unterstützen und stimulieren können. Wir haben uns neue Erfahrungswelten und technische Entwicklungstrends angeschaut. Wir wollten ferner analysieren, was Bildung und Weiterbildung zum Innovationserfolg beitragen können.

In Strategieworkshops haben wir das Thema Innovation mit Mitbestimmung, Gender-Mainstreaming, Trendscouting und Tarifpolitik verbunden, um daraus für uns notwendige Handlungsoptionen zu erarbeiten. Und wir wollten die internationale und gesellschaftliche Dimension des Themas beleuchten.

Wie bei unseren bisherigen Veranstaltungen sollte auch auf dem Kongress "Menschen machen Innovationen" mit einem Mix von Foren und Plenarveranstaltungen hochkarätige Referate mit fachkundigen Erläuterungen und praktischen Erfahrungen verbunden werden. 80 Referentinnen und Referenten wurden eingeladen. Dabei war der Kongress so angelegt, dass das Thema Innovation in seiner gesamten Breite und Tiefe erfasst werden und zugleich jeder seine eigenen Schwerpunkte bei der Auswahl der Foren setzen konnte.

Wir wollten Innovation insbesondere Betriebs- und Personalräten zugänglich machen. Ziel war es in Bremen möglichst viele Menschen zusammenzubringen, die ein Interesse daran haben, das betriebliche Innovationsverhalten arbeitnehmerorientiert zu beeinflussen.

Die genauen Themen der Veranstaltung entnehmen Sie bitte dem Programm.
 
Innovation und soziale Sicherheit gehören zusammen

"Allem Innovationsgerede zum Trotz setzen noch immer viel zu viele Unternehmen auf die Verbilligung und Verdrängung menschlicher Arbeit, auf Personalausdünnung und Auslagerung, auf Druck und Anpassung, auf Kostensenkungs- statt auf Innovationswettbewerb", sagte der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, am 5. April 2005 bei der Eröffnung des Kongresses "Menschen machen Innovationen" in Bremen vor 500 Teilnehmern.

Das von der Bundesregierung zum "Innovationsjahr" ausgerufene Jahr 2004 sei kaum als solches wahrgenommen worden und gehe stattdessen als Jahr von Hartz IV in die Annalen ein, so Bsirske. Wo jedoch Existenzängste grassierten, da habe es Innovation schwer. Innovation und soziale Sicherheit gehören zusammen. Im Betrieb sei ein kooperatives Klima mit gesundheitsverträglichen Arbeitsbedingungen innovationsförderlich, nicht jedoch Stress und ein Arbeiten ohne Ende. Ebenso seien Spielräume für Kreativität und Eigeninitiative notwendig. Mit dem Kongress wolle ver.di vor allem der Frage nachgehen, unter welchen Bedingungen Menschen innovativ sind, deshalb stelle der Kongress den Menschen in den Mittelpunkt.

Dem pflichtete auch der Geschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen, Dr. Hans Endl, bei: "Innovationen sind ohne Menschen nicht denkbar. Kreativität, Erfahrung, Intuition und Kommunikation sind die Triebfedern dafür." Die Voraussetzungen für Innovationen seien in Bremen gut. Gebraucht würden aber auch Unternehmen, die nicht auf Kostensenkung um jeden Preis aus sind, sondern die humanen Potenziale aktivieren und ausschöpfen.

Der Kongress, der von ver.di gemeinsam mit der Arbeitnehmerkammer Bremen und Unterstützung der Telekom-Stiftung veranstaltet wurde, fand vom 5. bis 7. April 2005 im Maritim Congress-Centrum in Bremen statt.
 



Quelle: www.menschen-machen-innovationen.de/index.php
Letzte Änderung: 25.04.06